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Atemmuster · Herzkohärenz

Kohärente Atmung: deinen Resonanzrhythmus finden

5,5 Sekunden ein, 5,5 Sekunden aus, rund 5,5 Atemzüge pro Minute. Eine langsame, gleichmäßige Welle für längere Einheiten ruhiger Konzentration.

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Die kohärente Atmung verlangsamt den Atem auf gut fünf Atemzüge pro Minute, mit gleich langen Ein- und Ausatmungen und ohne Pausen. Es geht dabei weniger um Entspannung an sich als um einen stabilen körperlichen Rhythmus, in dem Atem und Herzschlag gemeinsam steigen und fallen. Den Begriff machten Stephen Elliott und später die Psychiater Richard Brown und Patricia Gerbarg bekannt, die ihn in ihren Atemprogrammen lehren.

So geht's

  1. Setz dich aufrecht mit langer Wirbelsäule hin, die Hände ruhen auf den Oberschenkeln.
  2. Atme 5,5 Sekunden sanft durch die Nase ein.
  3. Lass den Atem ohne Halten oben fließend umkehren.
  4. Atme 5,5 Sekunden durch die Nase aus.
  5. Halte jeden Atemzug leise und deutlich unter deinem vollen Volumen.
  6. Plane zehn bis zwanzig Minuten ein; die ersten Minuten sind oft am schwersten.

Wann es hilft

Die kohärente Atmung eignet sich am besten für längere, ruhige Übungszeiten: als Morgenroutine, zum Abschalten am Abend oder als fester Termin neben der Meditation. Weil sie ein paar Minuten braucht, bis sie trägt, wirkt sie eher als tägliche Gewohnheit denn als Notfallwerkzeug; für einen schnellen Neustart ist der physiologische Seufzer flinker. Manche wechseln zwischen HRV 5, kohärenter Atmung und HRV 6, um ihr natürlichstes Tempo zu finden.

Herkunft und Forschung

Das Muster stützt sich auf die Forschung zum Herzratenvariabilitäts-Biofeedback, darunter Arbeiten von Paul Lehrer und Kollegen, die zeigten, dass jeder Mensch eine Resonanz-Atemfrequenz hat, meist zwischen etwa 4,5 und 6,5 Atemzügen pro Minute, bei der die Herzfrequenzschwankungen am größten sind. Die kohärente Atmung nutzt eine feste Frequenz in diesem Bereich. Studien brachten regelmäßiges Üben mit höherer Herzratenvariabilität und weniger empfundenem Stress in Verbindung, viele davon waren jedoch klein, und sie ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Sicherheit

Im Sitzen oder Liegen üben; nie im Wasser oder beim Fahren. Bei Schwindel aufhören.

Bei langen Sitzungen kann dir schwindlig werden, wenn du zu viel atmest. Atme lieber sanft als tief und hör auf, wenn dir schwindlig oder unwohl wird.

Häufige Fragen

Warum 5,5 Sekunden?
Fünfeinhalb Sekunden ein und aus ergeben etwa 5,5 Atemzüge pro Minute, mitten in dem Bereich, in dem die Resonanzfrequenz der meisten Erwachsenen liegt.
Wann merke ich etwas?
Viele fühlen sich schon nach einer Sitzung ruhiger; die in Studien gemessenen Veränderungen stammen aber aus regelmäßiger Praxis über Wochen.
Kann ich mit geschlossenen Augen üben?
Ja. Schalte die Sprachführung oder einen Phasenklang ein, dann kannst du dem Rhythmus folgen, ohne auf den Bildschirm zu schauen.

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