30 schnelle, volle Atemzüge, 30 Sekunden Halten mit leerer Lunge, dann 15 Sekunden Erholungsatem. Nur im Sitzen oder Liegen.
Die Wim-Hof-Methode wurde vom niederländischen Extremsportler Wim Hof entwickelt, der für seine Leistungen in extremer Kälte bekannt ist. Ihr Atemteil besteht aus Runden schneller, tiefer Atemzüge, gefolgt von langem Halten mit leerer Lunge und einem kurzen Erholungsatem. Sie fühlt sich ganz anders an als die beruhigenden Muster im Studio: Sie wirkt anregend, kann Kribbeln und Schwindel auslösen und verlangt einen umsichtigen Umgang.
Übende machen die Wim-Hof-Atmung meist morgens auf nüchternen Magen oder vor einer Kälteanwendung, als belebende Routine. Sie ist keine Entspannungstechnik für die Schlafenszeit oder für ängstliche Momente. Danach helfen ein paar Minuten kohärente Atmung oder HRV 5, wieder in einen ruhigeren Rhythmus zu finden.
Die bekannteste Studie ist die von Kox et al. (2014, PNAS). Freiwillige, die in der Methode trainiert waren (Atmung, Kälteexposition und Meditation), erhielten unter Laborbedingungen ein bakterielles Endotoxin; im Vergleich zu untrainierten Kontrollpersonen schütteten sie mehr Adrenalin aus, zeigten weniger grippeähnliche Symptome und eine schwächere Entzündungsreaktion. Die Teilnehmer waren gesunde junge Männer unter ärztlicher Aufsicht, und die Effekte gingen auf das gesamte Programm zurück, nicht auf die Atmung allein.
Im Sitzen oder Liegen üben; nie im Wasser oder beim Fahren. Bei Schwindel aufhören.
Schnelles Atmen und Atemanhalten können zu Ohnmacht führen. Übe nie im Wasser, beim Autofahren, im Stehen oder an Orten, an denen ein Sturz dich verletzen könnte. Verzichte darauf bei Schwangerschaft, Epilepsie, Herz- oder Gefäßerkrankungen oder Bluthochdruck, es sei denn, ein Arzt hat zugestimmt.