6 Sekunden ein, 6 Sekunden aus, durch die Nase und mit einem sanften, meeresähnlichen Rauschen im Hals.
Ujjayi, oft als „siegreicher Atem" übersetzt, ist der Atem vieler fließender Yogastile. Indem du den hinteren Rachen leicht verengst, entsteht beim Ein- und Ausatmen ein weiches, rauschendes Geräusch, ein wenig wie Wellen am Strand. Der Klang macht den Atem hörbar, sodass du sofort merkst, wenn er hastig oder unregelmäßig wird, und er verlangsamt den Luftstrom ganz natürlich.
Im Yoga verbindet Ujjayi Atem und Bewegung, doch auch im stillen Sitzen hilft er, wenn du dich fokussiert und stabil fühlen willst: vor dem Lernen, mitten in einer langen Aufgabe oder als Brücke in die Meditation. Der hörbare Atem ist ein nützlicher Anker für alle, deren Aufmerksamkeit leicht abschweift.
Ujjayi wird in traditionellen Yogatexten beschrieben, darunter in der Hatha Yoga Pradipika, und wurde später durch Lehrende der Ashtanga- und Vinyasa-Tradition bekannt. Forschung speziell zu Ujjayi ist begrenzt. Wie anderen langsamen Techniken mit etwa fünf Atemzügen pro Minute wird ihm zugeschrieben, einen ruhigeren körperlichen Zustand zu fördern, für Ujjayi im Besonderen ist das aber nicht belegt.
Im Sitzen oder Liegen üben; nie im Wasser oder beim Fahren. Bei Schwindel aufhören.
Der Hals soll leicht beteiligt sein, nie eng oder kratzig. Spürst du Anstrengung, lockere die Verengung oder atme normal.