Durch ein Nasenloch ein, halten, durch das andere aus, dann die Seite wechseln: 4 Sekunden ein, 4 halten, 6 aus.
Nadi Shodhana gehört zu den klassischen Atemübungen des Yoga. Der Sanskrit-Name bedeutet „Reinigung der Kanäle", und der Atem wechselt zwischen linkem und rechtem Nasenloch. Anfangs verlangt die Übung etwas Koordination, und genau das macht einen Teil ihres Reizes aus: Das Verfolgen der Seiten beschäftigt den Geist und bündelt ihn sanft. Im Studio zeigen Pfeile, welches Nasenloch in jeder Phase dran ist.
Viele Übende nutzen Nadi Shodhana vor der Meditation, zu Beginn einer Yogastunde oder wenn sie sich zerstreut oder unruhig fühlen und zu ihrer Mitte zurückwollen. Am besten gelingt sie im Sitzen an einem ruhigen Ort, wo du die Hand frei benutzen kannst. Sind die Haltephasen unangenehm, wechsle einfach ohne Pause die Seiten.
Die Wechselatmung wird in traditionellen Hatha-Yoga-Texten beschrieben und ist bis heute ein fester Bestandteil des Pranayama-Unterrichts. Die moderne Forschung besteht vor allem aus kleinen Studien, von denen einige nach der Übung Veränderungen bei Puls, Blutdruck und Aufmerksamkeit berichten. Die Ergebnisse sind vorläufig und nicht immer einheitlich; man sieht die Übung daher am besten als traditionelle Praxis mit ermutigenden ersten Befunden, nicht als erwiesene Therapie.
Im Sitzen oder Liegen üben; nie im Wasser oder beim Fahren. Bei Schwindel aufhören.
Übe nicht mit verstopfter Nase, sondern atme dann durch beide Nasenlöcher. Lass die Haltephasen weg, wenn du schwanger bist, hohen Blutdruck hast oder dir schwindlig wird.